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Aus Moonlights Sicht

Ich sehe mehr, wenn ich langsamer bin.

Ich bin Moonlight Meadows. Mein Mensch sagt, ich schreibe nicht wirklich. Das stimmt nicht ganz. Ich gebe die Richtung vor, meistens mit der Nase, und sie schreibt mit. Hier geht es um unsere Tage: um Sonnenplätze, zu lange Arbeitstage, eigenartige Verabredungen und die kleinen Dinge, die plötzlich wichtig werden, wenn man neben einem Hund lebt.

Wer hier schreibt

Menschen nennen es Warten. Ich nenne es den Teil des Tages, in dem die Tür noch nicht wieder aufgeht.

Moonlight sitzt am Boden und schaut nach oben, die Pfoten sichtbar vor dem Sofa.

Das bin ich

Ich wohne hier.

Ich kenne die Geräusche unserer Wohnung. Den Schlüssel vor der Tür. Den Wasserkocher. Die Schublade mit den Dingen, die mein Mensch angeblich nicht mehr braucht. Und ich weiß, wann sie einen guten Tag hatte, auch wenn sie es selbst noch nicht weiß.

Das bin ich
Moonlight liegt zusammengerollt auf einer Decke, neben ihr ein Schlüsselbund im Licht.

Kapitel 01

Drinnen passiert genug.

Ein Teppich kann eine Grenze sein, ein Sofa eine Wetterstation und eine Decke ein vollständiger Tagesplan.

Ins Körbchen

Wenn es leiser wird

Eine dunkle Wohnung bei Nacht: durchs Fenster scheint ein Mond, auf dem Boden liegt eine Leine, Moonlight schläft im Vordergrund.

Ich bleibe noch kurz wach. Jemand muss ja hören, ob der Kühlschrank wieder redet.

Gerade draußen

Der Abend riecht schon anders.

Gegen neun wird es kühl am Boden, die Hecken tragen den ersten schweren Geruch, und mein Mensch zieht auf dem Balkon eine Jacke an, obwohl es noch warm ist. Ich finde das sehr erwachsen und bleibe trotzdem bei den Gerüchen.

Geschichte lesen

Moonlight Meadows

Mein Mensch lebt oben. Ich sehe von unten.

Das ist kein Ratgeber von oben herab. Es ist ein Tagebuch aus Augenhöhe, Nasenhöhe und manchmal Sofahöhe.

Über Moonlight

Komm, wir gehen weiter.

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